Fortschritt und Wachstum sind die zentralen Begrifflichkeiten moderner Industriegesellschaften. Und ganz ohne Zweifel – die Technisierung des 20. Jahrhunderts und die rasante Digitalisierung der letzten Jahre prägten unser Leben in beeindruckender Weise. Fortschritt garantierte uns Wohlstand! Und dennoch, in dem Glauben, alles Machbare auch umsetzen zu müssen und diese Welt bis in den letzten Winkel beherrschen zu wollen, zeigte sich brachial die Kehrseite der Medaille. Die Meere und die Luft sind vielfach verschmutzt, die Wälder sind krank oder werden abgeholzt, Menschen sterben an den sogenannten Zivilisationskrankheiten. Unser Selbstausdruck, der mehr im Haben als im Sein liegt, bringt die Menschheit in große Gefahr. Gleichzeitig sehnen wir uns nach Gesundheit, nach Ruhe, nach innerem Gleichgewicht, nach Heilung.
Und längst wissen wir, dass in der Natur diese Kraft dafür liegt. Immer dann nämlich, wenn wir uns als Teil der Natur begreifen, diese akzeptieren und uns von ihr leiten lassen, geht es uns gut. Die Berge sind der Ort, wo dies besonders deutlich wird. Sicher, wir können uns mit Seilbahnen in Minuten in die Höhe bringen lassen oder motorisiert über Bergstraßen und Pässe weit hinauf gelangen, mühelos und scheinbar ohne Risiko. Aber nur wenige Meter neben der Bergstation der Seilbahn, nur einen Steinwurf entfernt von der Straße, beginnt die Bergnatur, die uns schlagartig auf unser Menschenmaß zurückbringt.
Steigen wir dort weiter hinauf, muss man sich anstrengen, wir beginnen zu schwitzen und müssen achtsam werden. Es gilt dabei, sich nicht zu verausgaben, nicht zu erschöpfen. Vielfältigste Gefahren zwingen uns zu äußerster Wachheit und Konzentration. Ein Fehltritt, und wir stürzen ab, ein kleiner Stein, der uns aus großer Höhe trifft, könnte uns erschlagen. Wir beobachten das Wetter, wollen nicht in ein Unwetter geraten. Wir fürchten Sturm und Gewitter, Nebel, Schnee und Vereisung. Wir sind ganz im Augenblick, ganz in der Aktion gefangen. Nur wenn wir uns vollkommen den Gegebenheiten der Natur unterordnen, sind wir sicher. Jede Überheblichkeit, jede Übertreibung kann den Untergang bedeuten.
Obwohl das alles so ganz anders ist als unser sonstiges Bestreben nach der völligen Beherrschung von Raum und Zeit, fühlen wir uns wohl. Wir genießen es, ein kleiner Mensch am großen Berg zu sein, ausgesetzt, den Elementen ausgeliefert. Wir atmen die glasklare, reine Luft und spüren mit jedem Schritt, wie wir ruhig werden – und glücklich. Glücklich durch den Umstand, dass uns der Berg da sein lässt und wir verstanden haben, dort nur geduldet zu sein. Jetzt leben wir wirklich, im Verzicht auf jedwedes „Schneller, höher, weiter“ spüren wir, was und wer wir sind! Wir haben die Bergnatur so angenommen, wie sie ist. Wir werden eins mit ihr, weil wir sie nicht brechen wollen. Wir verletzen sie nicht und werden auch nicht verletzt!

ISBN: 978-3-946862-52-9
Preis: 22,50 Euro
Preis: 22,50 Euro
Kraftquelle und Inspiration für das Leben
Klappentext:
Ein Buch für Achtsamkeit, Lebensfreude und Glück
Die Berge haben einen großen Wert. Sie sind für uns Erholungsraum und zugleich ein idealer Ort, an dem wir uns erfahren können. Aber mehr noch – die Gebirgsnatur gibt Inspiration für das Leben an sich!
Unter rund 100 Stichwörtern erfasst der Autor den ganzen Facettenreichtum der Berge. Sowohl in ihrer unmittelbaren Wirkung auf uns Menschen wie auch im übertragenen Sinn auf unser gesamtes Dasein.
Ein anregender Fundus für alle, die aus dem, was die Berge ausmacht, Energie und Bewusstsein für ein glückliches Leben ziehen wollen!